Bruce Chatwin - der "gebildete Abenteurer"

Bereits 15 Jahre nach seinem frühen Tod ist Bruce Chatwin schon zu einer Legende geworden. Obwohl er zu Lebzeiten gerade einmal fünf Bücher veröffentlicht hat, wurden mittlerweile zahlreiche Werke über Chatwin selbst geschrieben. Das mag zum einen an seiner ambivalenten und kurzen Lebensgeschichte liegen.

Bruce Chatwin wurde 1940 in Sheffield, England geboren, heiratete mit 24 Jahren und brach mit Anfang Dreißig, der Sesshaftigkeit überdrüssig geworden, zu ausgedehnten  Reisen rund um den Erdball auf. Ab dieser Zeit  schrieb er die Bücher, die ihn berühmt  gemacht haben. Dem Nomadenleben blieb er treu, bis er, an Aids erkrankt, die letzten Jahre mit seiner Frau in Nizza verbrachte und dort 1989 starb.

Zum anderen hat Chatwin schon zeitlebens selbst dafür gesorgt, dass seine Vita als aufsehenerregend und mysteriös erschien. So waren zahlreiche Affären, zumeist mit Männern, bald ein offenes Geheimniss; die Sunday Times, für die er zeitweilig als Journalist tätig war, informierte er mit einem so knappen wie lapidaren Telegramm über sein monatelanges Wegbleiben: "Bin nach Patagonien gefahren!" Und seine tödliche Aids-Erkrankung schließlich schrieb er bis zuletzt einer Pilzvergiftung, herrührend von einem China-Aufenthalt, zu.

So viele Details in Chatwins Leben auch unverständlich und nebulös bleiben mögen, so klar ist dennoch, was seine Faszination ausmacht und was uns dazu bewogen hat, ihn als Namenspatron für unsere Buchhandlung zu wählen: Er war "ein großartiger Geschichtenerzähler", wie sein Freund Salman Rushdie (im Observer vom 14.05.1989) über ihn sagte, und "als Vorbild der Rucksackreisen inspirierte er Schwärme junger Menschen, sich nach Kalkutta oder Patagonien aufzumachen..."

Für uns die perfekte Kombination: ein reisefreudiger Schriftsteller, dessen Bücher zu Meilensteinen der Reiseliteratur geworden sind.